Von Karla Kolumna
Jena. Das zweite Sechs-Punkte-Wochenende der Saison hat der BSC Jena 98 am Wochenende gefeiert. Sowohl erste als auch zweite Mannschaft gewannen ihre Heimspiele. Während die erste Mannschaft Hoffnung im Abstiegskampf schöpft, schiebt sich die Zweite nach vorn.
Den Auftakt machte der BSC II gegen den Tabellenletzten Mörsdorf II. Schon nach einer Minute haben die BSCler die große Chance auf die Führung. Gruner wird im Strafraum gefoult, Schiedsrichter Wolfgang Ansorge lässt sich viel Zeit, schaut nochmal genau hin und zeigt auf den Punkt. Olli Schuchardt tritt an, hat aber Mitleid. Macht doch auch keinen Spaß, schon so schnell zu führen. Und so schießt er den Ball, dass auch der Torhüter eine Chance hat – und sie nutzt. Macht nichts. Der BSC spielt weiter nach vorn, die Aktionen wirken aber zerfahren, weil das Passspiel stockt.
Das 1:0 für die Hausherren war sehr sehenswert. Eine Flanke legt Hildebrandt per Kopf auf Patzer, der volley von der Strafraumgrenze abzieht. Der Ball schlägt unhaltbar in den Winkel ein. Dem Spiel der Jenaer verlieh das Tor des Monats aber keine Sicherheit. Ein Mörsdorfer kommt zum Flanken. In der Mitte steht nur ein Stürmer, gedeckt von Sebastian Marx. Der will den Ball annehmen, bekommt ihn nicht recht unter Kontrolle, hebt ihn aber versehentlich ins lange Eck. Der Ausgleich. Der BSC erspielt sich in der Folge einige Chancen, die ungenutzt bleiben.
In der Halbzeitpause hatten sich die Jenaer viel vorgenommen. Gruner war es schließlich, der nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff einen gut getretenen Eckball aus Nahdistanz zur Führung einköpfte. Der BSC hätte in der Folge erhöhen können, doch scheiterte entweder am Torwart, den Nerven oder der Präzision. Und so schöpften die Mörsdorfer Mut, doch noch einen Punkt einzufahren. Das Dreigestirn in der Abwehr ließ aber wenige Aktionen zu. Torwart Großmann hielt seinen Kasten sauber, so dass der BSC durch gemeinsamen Kampf die Führung über die Zeit brachte. „Wir freuen uns über den Sieg, müssen aber fleißig trainieren, um besser zu spielen“, sagte Spielertrainer Zippel. Ein gewaltiger Wehrmutstropfen: Der eingewechselte Rödel stürzte im Strafraum und bracht sich den linken Arm. Der Bruch ist so kompliziert, dass er nächste Woche operiert werden muss. „Wir wünschen ihm gute Gute Besserung und schnelle Genesung. Christian, wir brauchen dich!“, sagte Zippel.
In der zweiten Partie des Tages hütete Großmann erneut das Tor, hielt gut gegen Orlamünde. Der BSC spielte konzentriert. Die Rückkehr von Daniel Grünewald nach seiner Sperre machte sich bezahlt. Er lenkte das Spiel im Mittelfeld, erkämpfte viele Bälle. Das 1:0 gelang Daniel Sutter, Grünewald selbst schoss das 2:0 und leitete auch das 3:0 durch einen fulminanten Fernschuss ein. Der Torwart konnte den Ball nur abklatschen, so dass Sutter vollendete. Mit einer klaren 3:0-Führung ging es in die Halbzeit.
Nach der Pause setzten die Jenaer Orlamünde weiter unter Druck, schluderten aber mit ihren Möglichkeiten. Wie aus dem Nichts kamen die Gäste zu ihrem ersten Treffer. Die Abwehr rückte gerade heraus, als ein weiter Pass kam. Mr. 51,13, der zuvor ebenfalls bereits über 90 Minuten gespielt hatte, stand einen Schritt zu weit vom Gegenspieler weg, der den Ball ins lange Eck schoss. Doch die Hausherren reagierten souverän. Sutter nahm einen Pass auf, ging allein in Richtung Torwart und lupfte sehenswert über den Keeper ins Netz. Das Prädikat „Spieler des Tages“ war ihm mit diesem dritten Tor sicher. Zum ersten Mal in seiner Karriere gelang ihm ein Dreierpack. „Beim nächsten Spiel nehme ich das Projekt Viererpack in Angriff“, sagte Sutter der Sportschau.
Die Zuschauer in der BSC-Arena erlebten noch eine Sensation. Der Spieler mit der Nummer 19, Jan Sim ähhh Sven Döring, kam in die Partie. Seine rustikale Zweikampfführung gefiel dem Schiedsrichter. Doch den Zauberfuß konnte er nicht mehr auspacken, fehlten doch Freistöße in Strafraumnähe. Stattdessen kam Orlamünde noch einmal heran. Ein Stürmer schob gegen die Laufrichtung von Großmann rein. Eine konzentrierte Leistung der kompletten Hintermannschaft um Mirgorodsky und der Pfosten verhinderten einen weiteren Gegentreffer. Der BSC gewann mit 4:2, hat nun sechs Zähler. „Wenn wir in unseren Heimspielen weiter so auftreten, gelingt uns der Klassenerhalt“, sagte Trainer Döring."Jetzt sind wir dran, auswärts mal mehr mitzunehmen als das Spielprotokoll."
by Tino